Toggenburg Bergbahnen

Auf dem Chäserrugg sprechen die Blumen

21.09.2011 11:00

Die Toggenburg Bergbahnen AG hat auf dem Chäserrugg einen neuen Blumenweg angelegt. Auf gläsernen Info-Stelen erfahren Wanderer und Naturfreunde allerlei zum Staunen und Schmunzeln. Die Blumen auf dem Rosenboden erzählen schaurige Geschichten von Kobolden und Feen und verraten Geheimnisse über ihre Zauber- und Naturheilkräfte. 

Der neue Blumenweg weckt Begeisterung und Interesse für die einzigartige Alpenflora im Toggenburg. Rund die Hälfte aller in der Schweiz vorkommenden Alpenblumen kann man im Churfirstengebiet bestaunen. Darunter manche selten gewordene Art und regionale Besonderheiten. Mit dem Ungarischen Enzian wächst im hier gar eine Blume, die in ganz Westeuropa sonst nirgends zu finden ist. 

Einfacher Themenweg mit Aussicht
28 anregend gestaltete Glasplatten beschildern den Themenweg und ersetzen die mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Aluminiumtafeln, die jeden Sommer ausgesteckt wurden und der Witterung auf über 2200 Meter über Meer trotzten. Der Blumenweg ist bis Ende Sommersaison ausgeschildert, leicht zu begehen und führt über Teile des Panorama-Rundweges auf dem Rosenboden. Angesprochen werden alle Gäste, die zum Top of Toggenburg aufsteigen – Stadtmenschen, Touristen von nah und fern, junge Leute und Seniorinnen und Senioren.

Neu ist nicht nur die Art der Präsentation, sondern auch die Botschaft, die der Blumenweg verkündet. Akutelle Fotos sind mit Texten, welche aus journalistischer Feder stammen und von verschiedenen Pflanzenexperten aus der Region verifiziert wurden, ergänzt. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt nicht mehr auf den rein botanischen Informationen, sondern Gäste erfahren in wenigen prägnanten Sätzen Spannendes und Erstaunliches über die Eigenheiten einer Blume.

Wer die etwa dreiviertelstündige Wanderrunde auf dem Blumenweg Rosenboden dreht, wird am Ende bestimmt mehr Alpenblumen kennen als bloss die bekannten „Big Five“ Alpenrose, Enzian, Krokus, Schneeglöggli und Schlüsselblümchen. Und er wird noch lange schwärmen von dem, was ihm die Blumen da oben so alles erzählt haben.  

Für alles ein Kraut gewachsen
Da sind die Pflanzen, die schon immer als Heil- und Wundermittel hoch verehrt werden. Da ist aber auch eine, die gar nicht bekömmlich ist und einst sogar für Giftmorde eingesetzt wurde. Vielen kommt als Nahrungsmittel eine Bedeutung zu. Sie sind die Leibspeise von Gämsen oder Schafen oder kamen in früheren Hungerjahren als Salat und Spinat bei den Armen auf den häuslichen Tisch. Oder man verwendete sie für Hochprozentigen, als Geruchkiller oder machte aus ihnen Seifenlauge oder Schnupftabak. Vielen Blumen werden aphrodisische Kräfte nachtgesagt, einzelne sollen in Form von Tee genossen unser Körpergefühl steigern und eine soll gar hellsichtig machen – wenn man durch ihre Blüten guckt.

Eine vielseitige Rolle spielen die Blumen in der Sagenwelt und der Mythologie der Antike. Und viele haben eine religiöse Bedeutung. Da ist eine, die dem Geifer des Höllenhundes entsprossen sein soll, eine andere wächst der Sage nach nur dort, wo die Muttermilch der Heiligen Maria auf die Erde getropft ist. Und eine dritte soll wahre Wunder wirken, wenn sie an Christi Himmelfahrt gepflückt wird. Aber auch botanische Besonderheiten sollen nicht ganz ausser acht gelassen werden: Man lernt ein Blümchen kennen, das nachts blüht und mit ihrem Duft die Spinner, Spanner und Schwärmer anlockt. Und ein anderes, das die Eiszeit überdauert hat. Und dann ist da noch ein unscheinbares Pflänzchen, welches das prächtigste und tiefste Blau hervorbringt, das wir uns überhaupt vorstellen können.  

Regionale Unterstützung
Als wichtiger Sponsor für die Realisierung des Blumenweges konnte die Kägi Söhne AG gewonnen werden. „Die Kägi Söhne AG hat ihren Ursprung seit der Gründung im Jahre 1934 im Toggenburg und ist hier auch fest verankert. Wir wirken gerne mit, wenn es darum geht, unsere schöne Region attraktiver zu gestalten“, so Beat Siegfried, CEO der Kägi Söhne AG. „Wir freuen uns, mit der Unterstützung von Kägi Söhne AG die wunderbare Flora des Chäserrugg zur Geltung bringen zu dürfen“ erläutert Mélanie Eppenberger, Geschäftsführerin der Toggenburg Bergbahnen AG. „Es ist uns ein Anliegen, diese Natur-Schätze wieder bekannter zu machen und sie auch jüngeren Generationen näher bringen zu können. Diese Initiative liegt im Zentrum unserer Strategie eines qualitativ hochstehenden naturnahen und nachhaltigen Tourismus im Toggenburg. Dabei soll der Bergsommer als werthaltiges Ferienerlebnis eine markantere Gewichtung erfahren.“

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit den Fotografen Hansjörg Egger, Ernst Gubler, und Oswald Gabathuler, dem Pflanzenbiologen René Güttinger und Karl Kaiser, Revierförster, realisiert.

Pressefoto: Auf dem Chäserrugg sprechen die Blumen

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